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1.2 Leitbild Europäische Stadt

Panel 1.2: Leitbild Europäische Stadt – Was bewirken Davoser Erklärung und Leipzig Charta 2.0?

Auf dem Panel:
Barbara Gessler, Europäische Kommission, Sandra Krinner, Sandra Krinner Architektur, Ministerialrätin Gabriele Kautz, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Robert Ivy, American Association of Architects (AIA), Georg Pendl, Präsident Architects’ Council of Europe (ACE)

Moderation:
Dr. Tillman Prinz, Bundesgeschäftsführer BAK

Essenz:

  • Das kulturelle Erbe Europas muss weiterentwickelt werden.
  • Leipzig Charta 2.0 und Davos Erklärung sind Werkzeugkästen.
  • Wir haben die Verpflichtung den Bestand der historischen Stadt weiterzuentwickeln.
  • Wir lernen voneinander.

Bericht:
Die Panellisten diskutierten zunächst über ihr Verständnis der europäischen Stadt: Von welcher Stadt sprechen wir, welche Kriterien machen sie aus? Es bestand Einigkeit, dass das Konzept der europäischen Stadt auf einer Durchmischung von Funktionen beruht. Als weiteres Kriterium wurde die Offenheit dem Fremden gegenüber herausgestellt. Die europäische Stadt ist eine Stadt für alle. Sie vereint eine Vielfalt von sozialen, kulturellen und ethnischen Gruppen. Diese Werte und Funktionen gilt es aufrecht zu erhalten.

Daran anknüpfend wurde über die europäische Identität gesprochen. Die Panellisten hoben hervor, dass Kultur ein wichtiges Element der europäischen Identität ist. Das kulturelle Erbe Europas muss daher erhalten und weiterentwickelt werden. Baukultur steht für die Qualität der gebauten Umwelt und für die Stadt als gewachsene Struktur und Ort der Begegnung. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Stadtentwicklung. Der historische Bestand einer Stadt muss so weiterentwickelt werden, dass er den heutigen Vorstellungen des städtischen Zusammenlebens entspricht. Bei Baukultur geht es auch um das Bauen des Alltags und eine Architektur, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht.

Es wurde erörtert, wie das Konzept der europäischen Stadt in der Neuauflage der Leipzig Charta 2020 und der Davos-Erklärung für eine hohe Baukultur von 2018 weiterentwickelt wird und wie diese Texte in der Praxis konkrete Anwendung finden. Die Panellisten betonten die Bedeutung beider Texte als Basis, auf welche sich Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene berufen können. Leipzig-Charta und Davos Erklärung können als Werkzeugkästen mit Argumenten für eine nachhaltige Stadtentwicklung und hohe Baukultur angesehen werden. Bei der Neuauflage der Leipzig-Charta werden aktuelle Herausforderungen, wie der Umgang mit Migration, Mobilität, Klimawandel und Digitalisierung, aufgenommen. Der Austausch unter den europäischen Mitgliedsstaaten über die Prinzipien und Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist wichtig. So wird eine gemeinsame Basis geschaffen.

Aus dem Publikum wurde die Bedeutung des öffentlichen Raums als Ort der Begegnung thematisiert. Die Öffentlichkeit muss besser über Texte wie Leipzig-Charta und Davos-Erklärung informiert werden. Wir können voneinander lernen in Europa.

 
 

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