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2-2 Architektonische Identität

Panel 2.2: Architektonische Identität – In welchem Stile wollen wir bauen?

Auf dem Panel:
Dipl.-Ing. Arch. Anne Beer, Prof. Jürgen Mayer H., Prof. Gesine Weinmiller, Max Otto Zitzelsberger

Moderation:
Reiner Nagel

Essenz:

  • Unsere pluralistische Gesellschaft braucht qualifizierte Sprachen der Architektur, aber keinen epochalen Stil.
  • An Stelle der Stilfrage tritt eine Qualitätsdebatte auch im Sinne der Nachhaltigkeit.
  • Gegenwartsarchitektur wird geprägt durch Bauweisen, Materialien (mehr Holz) und mehr Bestandsbauten.
  • Gestaltungsreferenzen entstehen heute sowohl in der Stadt als auch auf dem Land (das ist neu).

Bericht:
Die Ausgangsfrage „In welchem Stile wollen wir bauen?“ wurde vom Podium im Vergleich mit anderen Themen als weniger relevant erachtet. Es wurde festgestellt, dass die pluralistische Gesellschaft, in welcher wir leben, zwar eine qualifizierte Sprache der Architektur, aber keinen epochalen Stil benötigt. Daher trat an die Stelle der Stilfrage eine Qualitätsdebatte, auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Anne Beer sagte „Bei der Entwicklung von Konzepten für Gebäude treibt uns eher der gemeinsame Prozess und die Materialfrage als der Stil. Wichtig für ein gutes Ergebnis ist meiner Meinung nach weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den Auftraggebern und eine differenzierte Diskussion über die Vorstellungen, Ansprüche und Wünsche.“ Jürgen Mayer H. hingegen betonte, dass seine Herangehensweise an Architektur von der Kunst herrühre. Doch die architektonische Verführungskraft entstünde im Individuellen Prozess. Jeder Architekt trage ohnehin seine eigene Handschrift. Allerdings stehe dieser Anspruch natürlich auch in Abhängigkeit zur Funktionalität und Finanzierbarkeit. Einen starken Kontrapunkt formulierte Max Otto Zitzelsberger: „Architektur spielt meiner Meinung nach im Gesellschaftskontext keine Rolle mehr. Denn es interessiert einfach niemanden was gebaut wird. Architektonisch bleibt nichts, da die breite Masse mehr an Technik interessiert ist. Daher ist die Frage nach dem Stil schon egal.“ Auch Gesine Weinmiller sieht die aktuelle Problematik nicht in einer Stildebatte, sondern viel mehr in den heutzutage verwendeten, günstigen und ökologisch fragwürdigen Baustoffen.

Von diesen Standpunkten ausgehend, ist die Gegenwartsarchitektur hauptsächlich durch Bauweisen, Materialien und mehr Bestandsbauten geprägt. Wegweisende Gestaltungsreferenzen hierfür entstehen heutzutage sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Für alle am Podium beteiligten Planer und Baukulturschaffenden standen eine ressourceneffiziente und nachhaltige Bauweise im Vordergrund.

 
 

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