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5-2 Wohnungsbau städt. Nachverdichtung

Panel 5.2: Wohnungsbau – Wie funktioniert städtische Nach­verdichtung?

Auf dem Panel:
Prof. Dr. Christine Hannemann, Universität Stuttgart, Prof. Ulrike Böhm, bbzl böhm benfer zahari landschaften städtebau berlin, Universität Stuttgart, Prof. H. P. Ritz Ritzer, bogevischs buero – Architekten & Stadtplaner, Beuth-Hochschule Berlin, Tim von Winning, Bürgermeister Stadt Ulm

Moderation:
Markus Lehrmann, AK NRW

Essenz:

  • Weiterentwicklung bestehender Quartiere.
  • Gesamtgesellschaftliche Bedeutung vermitteln für mehr Flexibilität.
  • Dreifache Weiterentwicklung, in der Verkehrsräume als Potential mitgedacht werden.
  • Baurechtlichen Rahmen weiterentwickeln (Bau NVO novellieren).

Bericht:
Zunächst einmal mit einem besseren Wording: Statt dem bei der Bürgerschaft stets Protest hervorrufendem Nachverdichten sollte künftig besser von der Weiterentwicklung bestehender Quartiere gesprochen werden. Außerdem empfiehlt es sich, für die dort bereits lebenden Menschen dabei einen Mehrwert zu generieren: Die sozialen Strukturen sind nicht nur zu erhalten, sondern auch zu verbessern und der öffentliche Raum aufzuwerten. Genaugenommen handele es sich um eine dreifache Innenentwicklung, denn neben der Neunutzung von ehemals bebauten Flächen und der Optimierung von Freiflächen ließen sich auch die Potenziale von Verkehrsräumen nutzen. Innovationen und Kreativität sind hierbei vor allem bei den Architekt*innen und Stadtplaner*innen gefragt. Und trotz der vorhandenen baurechtlichen Rahmenbedingungen sollte das Instrumentarium dringend an die städtebaulichen Ziele angepasst werden. Die Novellierung der Baunutzungsverordnung sei zwingend und Überzeugungskraft allenthalben erforderlich.

Soweit das Resümee des Forums. Doch was war den Diskutanten noch wichtig? Zum einen kam die Frage auf, was eine Wohnungsnot sei, wenn beinahe jeder/jedem 45 Quadratmeter zur Verfügung stünden? Und haben wir tatsächlich eine Wohnungsnot, wenn 1,5 Millionen neu zu bauender Wohnungen 2 Millionen leerstehende gegenüberstehen? Dem entgegen stehen die Fragen: Wie frei sind die Menschen in ihrer Wohnortwahl und wie weit darf man sie bevormunden? In der Politik herrsche eine große Diskrepanz zwischen „Überschriften und was man an Veränderung mag“. Planen (und Stadtentwicklung) sei demnach die Suche nach Lösungen bei nicht vorhandenem Konsens. Am Ende der Diskussion wünschte sich

  • Ritz Ritzer die europäische Stadt zu bewahren und bei der Weiterentwicklung auf die kritische Größe zu achten,
  • Christiane Hannemann nicht nur die Ökoverträglichkeit zu prüfen, sondern auch die Sozialverträglichkeit,
  • Ulrike Böhm niedrigschwellig aneignungsfähige (Frei-)Räume zu erhalten und
  • Tim von Winning starke Personen und Institutionen für hoheitliches Handeln, da die Marktwirtschaft nicht alles schafft.
 
 

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