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6-3 Konzept, Material, Verantwortung

Panel 6.3: Konzept, Material, Verantwortung – Was hinterlassen wir der nächsten Generation?

Auf dem Panel:
Muck Petzet, Muck Petzet Architekten, Prof. Martin Rauch, Lehm Ton Erde Baukunst, Sybille Benning, MdB, CDU, Claudia Langer, Generationenstiftung

Moderation:
Monika Remann, Agentur für nachhaltiges Bauen

Hier können Sie sich das Panel im Film anschauen.

Essenz:

  • Kostenwahrheit abbilden: Die Folgekosten der Klimakrise zu tragen ist teurer, als deren Vermeidung.
  • CO2-Steuer erheben.
  • Appell für "Architects for Future".
  • Rückbesinnung zum Fortschritt.

Bericht:
Im Vordergrund standen die Themen Ressourcennutzung, umweltschonende Baumaterialien und der Suffizienzgedanke. Die Panellistinnen und Panellisten waren sich einig, dass ein energieeffizienter Lebensraum durch das Senken des Lebensstandards erreicht werden kann. Nicht ein ständiges Wachstum, sondern die Rückentwicklung und die Besinnung auf fundamentale Bedürfnisse sind zur Unterstützung des Klimaschutzes anzustreben.

Die Kernfragen “Sind wir architects for future?” und “Wie radikal können Architektinnen und Architekten sein?” dienten als Leitfaden der Diskussion, unter dem beleuchtet wurde, inwieweit Architektinnen und Architekten einen transformativen, zukunftsfähigen und proaktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können und müssen. Architekten und Architekten bauen die Zukunft mit. Da Architektinnen und Architekten Realitäten gestalten, sollten sie sich, so wurde betont, nicht nur kämpferischer für den Klimawandel, sondern auch für die soziale Ungleichheit einsetzen, da beides Hand in Hand ginge. Architektinnen und Architekten schaffen Lebensräume, deren Ziel es auch sein sollte, das Bewusstsein der Bevölkerung für den Klimawandel zu schärfen. Ziel ist es, Konzepte für nachhaltige, sozialere Städte und eine zukunftsweisende Mobilität zu entwickeln. Die Politik ist verantwortlich dafür, dies zu unterstützen, so die Diskutierenden.

Diskutiert wurde auch, welche Daseinsberechtigung Bestandsgebäude in unserem Lebensraum haben und wie mit ihnen umgegangen werden muss. Gebäude könnten für eine langfristige Lebensdauer saniert werden, um sie im Laufe ihres Lebenszyklus an verschiedene Anforderungen anzupassen. Billig abzubrechen ist kontraproduktiv. Neubau sollte die absolute Ausnahme sein und nur zulässig mit low-impact Materialien. Der Einsatz von traditionellen, ökologischen Materialien, wie z.B. Lehm, ist zu favorisieren. Rückbesinnung dient dem Fortschritt. Reuse, Recycling und Ressourcenwende sind der Ausgangspunkt zum Klimaschutz. Baustoffe müssen stärker auf ihre Nachhaltigkeit überprüft, innovative Techniken gefördert und bestehende Normen dahingehend evaluiert werden, inwieweit sie die Nachhaltigkeit unterstützen. Der Gedanke, ausländische und heimische Materialien unterschiedlich zu bepreisen, um lange Transportwege zu verhindern, wäre zu vertiefen.

Die Teilnehmenden kritisierten zudem die Bildungspolitik, die es ihrer Meinung nach versäumt hat, die notwendigen Fachkräfte, die für den Bau von nachhaltigen Gebäuden benötigt werden, auszubilden. Die Kultur des Bauens, der Stand eines Handwerkenden ist negativ behaftet, was dazu führt, dass unqualifizierte Facharbeitskräfte am Bau tätig sind.  

 

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