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7-2 Arbeitswelt 2030

Panel 7.2: Im Jahre 2030 – Wie gestaltet sich die Arbeitswelt?

Auf dem Panel:
Monika Lepel, Lepel & Lepel Architekt Innenarchitektin, Nils Krause, hammeskrause architekten, Dr. Gereon Uerz, Arup Deutschland, Dr. Sascha Peters, Haute Innovation Zukunftsagentur für Material und Technologie

Moderation:
Isabella Göring, Akademie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen

Essenz:

  • Die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung der Architektinnen darf nicht an die Digitalisierung delegiert werden.
  • Besonders die Kimaziele können nur umgestezt werden, wenn die Mittel der Digitalisierung genutzt werden.

Bericht:
Impuls Monika Lepel (Lepel & Lepel Architekten): Im Architekturbüro der Zukunft wird es weniger Hierarchien, sondern mehr Rollen in verschiedenen Kontexten und entsprechend unterschiedlicher Qualifikationen geben, Teams neu denken, nämlich selbstorganisierend und mit hohem kommunikativen Anteil (und Büros mit mehr kommunikativen Räumen), denkbar ist auch, dass es in Zukunft leichter werde, Allianzen zu bilden; immer im Kopf behalten werden muss, dass die Verantwortung des Architekten nicht an die Digitalisierung delegiert werden könne, hier müssen Architekten als ideenstark und projektgetrieben auftreten, hier sei aber auch die Politik gefragt

Nils Krause (hammeskrause architekten) betont, dass man sich immer klar machen müsse, was die digitalen Prozesse an Mehrwert, etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit, für ein Projekt bringen, mit digitalen Werkzeugen und Präsentationsformen können Kunden zudem relativ früh partizipieren, was sicherlich auch die Arbeit zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber verändern werde.

Dr. Sascha Peters (Haute Innovation, Zukunftsagentur für Material und Technologie) erwähnt neueste digitale Technologien: darunter „smart dust“ als winzige intelligente drahtlose Sensornetzwerke, der schnelle und serielle 3D-Druck von Häusern oder Metamaterialien, d.h. künstlich erzeugte Materialien mit Eigenschaften, die es in der Natur nicht gibt (ein Mantel, der unsichtbar macht oder Objekte, die Geräusche aus der Umwelt filtern).

Dr. Gereon Uerz (Arup Deutschland) betont, dass bei all diesen Diskussionen um Innovationen die Nachhaltigkeit stark gemacht werden müsse, Beispiel: Gebäude als Materialbanken - Recycling um zu bezahlbarem massenhaften Wohnungsbau zu kommen. Daraufhin kommt aus dem Publikum die wichtige Frage, ob nicht die Digitalisierung selbst mit einem hohen CO2-Abdruck einhergehe, etwa was den Energieverbrauch digitaler Geräte, die Verwendung seltener Erden für ihre Herstellung und die Menge an (Sonder-)Müll angeht

Dr. Peters antwortet, dass es notwendig sei, technische Kreisläufe nach dem cradle-to-cradle-Prinzip zu schließen oder neuartige smarte und eigenaktive Materialien zu verwenden, die keine externe Energiequelle benötigen (z.B. auf Luftfeuchtigkeit reagierende, sich selbstöffnende Fenster aus Holzfasern). Dr. Uerz ergänzt, dass KI helfen könnte, einem hohen Energieverbrauch (etwa von cloud-Hardware) über intelligente Algorithmen, die verstehen, wie Energie verbraucht wird, entgegenzuwirken.

Hauptaufgabe in der zukünftigen digitalen Welt wird darin liegen, sich der Komplexitätsbewältigung (im Team) zu stellen. Ein Ansatz kann sein, sich Zeit zu nehmen und die Dinge zu prüfen, nicht alle Trends müssen mitgemacht werden.

Fazit: Die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung des Architekten darf nicht an die Digitalisierung delegiert werden. Insbesondere die Klimaziele können nur umgesetzt werden, wenn die Mittel der Digitalisierung genutzt werden.

 
 

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