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UNSERE KEYNOTES

Unsere Keynotes: HORIZONTERWEITERUNG DURCH DEN PHILOSOPHISCHEN BLICK UND DEN BLICK EINES GLOBALEN VORDENKERS IN DER ARCHITEKTUR

In unserem ersten Newsletter stellen wir Ihnen die Sprecher unserer Keynotes vor, auf die wir uns schon sehr freuen. Denn es handelt sich um zwei spannende Persönlichkeiten, die uns in unseren Tag einstimmen und anregen sollen. Zu Anfang sehen wir über den Tellerrand: Mit der ersten Keynote kommen wir aus dem Planer-Alltag heraus und werfen einen philosophischen Blick auf unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Geistig erfrischt und mit neuen Anregungen begleiten uns dann die erste Workshop-Runde. In der zweiten Keynote wird ein Kollege, der weltweit plant, baut und vielseitig aktiv ist, den Blick auf die Zukunft unseres Berufes werfen. Danach gehen wir gemeinsam in die zweite und dritte Workshop-Runde.
Wir stellen Ihnen vor:

 

Prof. Dr. Rahel Jaeggi Die sozialphilosophische Keynote

© anjadescartesfire

 

Prof. Dr. Rahel Jaeggi (* 1967 in Bern) ist eine herausragende deutsche Philosophin und Professorin für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Sozial- und Rechtsphilosophie und der politischen Philosophie. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre „Kritik von Lebensformen“. Darin befasst sie sich mit der Frage, ob und wie man Lebensformen kritisieren kann. Ihr neuestes Buch heißt „Fortschritt und Regression“. Fortschritt betrachtet sie als sozialen Wandel hin zu einer Situation mit besseren Verhältnissen für die Gesellschaft. Und weiter geht sie davon aus, dass diese Vorstellung eines generellen gesellschaftlichen Fortschritts heutzutage an Glanz verloren hat. Seit Februar 2018 leitet sie das Center for Humanities and Social Change, das an drei weiteren Standorten weltweit angesiedelt ist (Cambridge, Venedig, Santa Barbara). Dort geht es unter anderem um die Untersuchung der Krisen von Demokratie und Kapitalismus mit Blick auf das Verhältnis von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik – und die dort angelegten potentiellen Spannungsmomente.

Frau Prof. Dr. Jaeggi wird sich mit unseren Themen aus ihrer philosophischen Sicht auseinandersetzen und uns Planenden eine neue Perspektive bieten – eine andere Betrachtungsweise gesellschaftlicher Belange, auf die es auch für uns ankommt.

 

Reinier de Graaf Die architekturphilosophische Keynote

© Adrienne Norman

 

Reinier de Graaf (* 1964) ist ein bedeutender niederländischer Architekt, Architekturtheoretiker und Autor, der seit 1996 bei OMA in Rotterdam arbeitet. Dort ist er verantwortlich für den Bau und die Masterplanung von Projekten in Europa, Russland und dem Nahen Osten. Darunter „Holland Green“ in London (abgeschlossen 2016), das neue „Timmerhuis“ in Rotterdam (abgeschlossen 2015) und die „Norra Tornen“-Wohntürme in Stockholm (im Bau). Im Jahr 2002 war er Mitbegründer von AMO, dem Think Tank von OMA. Dort entwickelte er die Ausstellung „The Image of Europe“ zur Geschichte der Europäischen Union und verantwortete gesellschaftsrelevante Themen wie nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen: Zum Beispiel „Zeekracht: Ein strategischer Masterplan für die Nordsee“, Die Veröffentlichung der „Roadmap 2050: Ein praktischer Leitfaden für ein prosperierendes, kohlenstoffarmes Europa“ gemeinsam mit der Europäischen Klimastiftung  und „The Energy Report“, ein globaler Plan für 100% erneuerbare Energie bis 2050, zusammen mit dem WWF. de Graaf hat einige Zeit in Moskau gearbeitet. Zum einen überwachte er die Umsetzung von OMAs Masterplan für das Innovationszentrum „Skolkovo“, das sogenannte „Russische Silicon Valley“, zum anderen leitete er ein Konsortium, das ein städtisches Entwicklungskonzept für den Großraum Moskau erarbeitete, die „Moskauer Agglomeration“.  Er kuratierte außerdem zwei OMA-Ausstellungen: „On Hold“ an der British School in Rom im Jahr 2011 und „Public Works: Architecture by Civil Servants“ (Venedig Biennale 2012 und Berlin, 2013).  Er ist Autor des Buches „Four Walls and a Roof: The Simple Nature of a Complex Profession“. Herr de Graaf wird sich mit der Zukunft des Architektenberufs beschäftigen und so einen weiteren roten Faden in das DAT-Programm einweben.